Petra Markovic
Autorin von "Der Tote vom Nicolaiplatz"

Petra Markovic
Autorin von "Der Tote vom Nicolaiplatz"

Petra Markovic
Autorin von "Der Tote vom Nicolaiplatz"
1920 706 Lisa Meyle
Stell dich kurz vor.

Ich heiße Petra Markovic und lebe in München.

Erkläre in eigenen Worten, was ein Audiowalk ist.

Ein Audiowalk ist ein Hörspiel, das man dort hören kann, wo es spielt. Die Welt wird zur Kulisse. Die Geschichte ist so geschrieben, dass man ohne groß darüber nachzudenken in die Begebenheit eintauchen und der Handlung im wahrsten Sinne des Wortes folgen kann. Nur auf den Verkehr muss man selbst achten.

Für welche Stadt hast du deinen Audiowalk geschrieben und was magst du an dieser Stadt am liebsten?

Ich habe den Audiowalk für München geschrieben. Am liebsten mag ich den Sommer in der Stadt. Erst bis zum Einbruch der Dunkelheit im Englischen Garten sitzen und wenn es dort zu kalt wird, in die aufgeheizte Betonlandschaft Schwabings auf ein letztes Bier. Meistens in eine der Kneipen am Wedekindplatz, bevor mich dann die U-Bahn heimbringt.

Worum geht es in deinem Audiowalk?

Detektivin Dorothea löst ihren ersten Kriminalfall. Ein Mord am Nicolaiplatz. Es geht um Gier, Geld und Gentrifizierung. Mehr will ich eigentlich auch gar nicht verraten, geht lieber spazieren und hört euch die Geschichte an!

Wie bist du auf die Idee dazu gekommen?

Dass ich einen Krimi schreibe, ist bei mir eigentlich gesetzt. Irgendwer stirbt in meinen Texten immer. Bei der Route habe ich mich an die alte Autorenweisheit „write what you know“ gehalten und eine Gegend gewählt, die ich gut kenne (siehe Frage drei). Da ich das Viertel seit Jahren gut kenne und auch die Veränderungen sehe, die damit einhergehen, war das Thema recht schnell klar.

Wer sollte deine Geschichte auf jeden Fall hören?

Krimifreunde und Altschwabing-Nostalgiker.

Was war für dich die größte Herausforderung beim Schreiben?

Ich hatte völlig unterschätzt wie viel Aufmerksamkeit der Hörer auf die Umgebung verwendet und auch verwenden möchte. Es ist und bleibt ja ein Spaziergang und nicht jeder Hörer kennt die Straßen, durch die er sich bei dieser Geschichte bewegt. Das ist mir erst bei einem Testlauf mit einem lieben Freund bewusstgeworden, der mich mitten in der Geschichte plötzlich völlig verloren anblickte und meinte: „Ich habe keine Ahnung wo ich bin. Weder in der Stadt noch in der Geschichte.“ Daraufhin habe ich die Story weitestgehend umgeschrieben, zwei Handlungsebenen und eine Person gestrichen.

Und was hat dir am meisten Spaß gemacht?

Die Herausforderung ein völlig neues Medium zu bespielen. Da gibt es ja noch keine Anleitung und ich habe mich wie ein Pionier gefühlt. Auch die Freiheit beim Schrieben und das Vertrauen, die mir Sophie und Fabian eingeräumt und entgegengebracht haben, waren toll.

Was ist dein Lieblingsort entlang der Route?

Die Occamstraße. Dort habe ich unendlich viele schöne Abende mit Freunden verbracht.

Welches Detail auf deiner Route ist dir erst während der Arbeit an deinem Audiowalk aufgefallen?

Mir ist aufgefallen, dass ich mich immer noch im Englischen Garten verlaufen kann. Und das auf einer Audiowalk-Route, die ich zu Testzwecken wirklich unzählige Male abgelaufen bin.

Zu welcher Jahreszeit gehst du am liebsten spazieren?

Da bin ich flexibel. Nur zu heiß sollte es nicht sein. Dann sitze ich lieber im schattigen Biergarten.

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